| BORGOGLIO,
BERGOLIUM : Ursprünglich ein römisches Zeltlager, entwickelte es sich zum Randstadtteil mit ausgeprägt landwirtschaftlichem Charakter und wurde im XVIII Jahrhundert abgebaut, um Platz für die Zitadellenerrichtung zu schaffen. |
| PALEA: Nach einigen Geschichtsforschern bedeutet Palea "Sumpf" und die Bezeichnung der Stadt als Alexandria de Palea sollte auf deren Lage zwischen den Flüssen Tanaro und Bormida hinweisen. Nach anderen bedeutet das lateinische Wort hingegen "Getreidespeicher": daher entstand die am verbreitetesten Übersetzung Alessandria della Paglia (paglia = Stroh) |
UMILIATI :Die Umiliati (= die
Gedemütigten"), die Aufgaben als Zöllner und Gemeindeschatzmeister
ausführten, dienten als Verbindungselement zwischen religiöser und Laienkultur und sie hatten den ersten Fachverband der Lohnempfänger ins Leben
gerufen, die als Tertiarier in den Klosterwerkstätten arbeiteten.
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Aufnahme des Klosters |
| GABRIELE
GALATERI : Der Kavalleriegeneral und Graf Galateri wurde nach dem Aufstand im Jahr 1821 von den Savoyen als Gouverneur von Alessandria ernannt. Er erwies sich bald als harter und fortschrittsfeindlicher Mann, der die Befehle der Monarchen fleißig vollzog. Er unterdrückte die Bevölkerung von Alessandria und wurde von dieser gehasst. Er ließ den Karbonaro Andrea Vochieri, der der Geheimgesellschaft "La Giovane Italia" (Junges Italien) angeschlossen war, verhaften und erschießen. |
DER CARLO-ALBERTO-KANAL (ex "Betale") Als General Galateri Gouverneur der Stadt war, wurde der alte "Betale" zu Bewässerungs- und Industriezwecken wieder in Gebrauch genommen und Carlo-Alberto-Kanal genannt. Er wurde 1888 umgeleitet, um die Errichtung des Garibaldi-Platz zu ermöglichen.
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| VIELE
ENTWÜRFE Als man die Errichtung einer neuen Brücke im Stadtviertel "Orti" für notwendig hielt, wurden viele Baupläne entworfen, die allerdings aus wirtschaftlichen und privaten Gründen, nie gebührenderweise berücksichtigt wurden: u.a. sind die Entwürfe von Ing. Pera, von Ing. Bistolfi und von Ing. Straneo zu erwähnen, sowie das Projekt einer Baufirma mit Sitz in Savigliano für eine Eisenbrücke (die zweimal dazu aufgefordert wurde, einen günstigeren Kostenvoranschlag vorzulegen). Endlich entschied man sich für das von Ing. Straneo entworfene Projekt; er wollte jedoch lieber auf die Brückenerrichtung verzichten, aufgrund der Gefahren, denen das Werk im Fall von Hochwasser ausgesetzt worden wäre. Die möglichen Folgen schilderte er anhand der Angaben der 1789 vom Fluss errichteten Schäden. |
| LUDOVICO
STRANEO (geboren 1841 in Pontestura - gestorben 1934 in Alessandria) Er war Chef Ingenieur von 1883 bis 1906 bei der Gemeinde von Alessandria und Baureferent von 1911 bis 1913. Er entwarf in Zusammenarbeit mit Ing. Aristide Leale den Garibaldi-Platz (1890), die erste Erweiterung des Friedhofs, dessen Hauptgebäude heute noch dieselbe Fassade hat (1884 1900), die Allee und die Brücke, die das Stadtviertel Orti mit dem Hügelgebiet verbinden (1895), obwohl solche öffentliche Arbeiten zum Schaden der Stadtmauern verrichtet wurden. Er ließ sie niederreißen, weil er zeitgemäss mit der Stadtplanungspolitik jener Zeit handelte . Ihm ist auch der Palast vom Hauptpostamt zu verdanken (1904-1909). Unter seinen anderen Werken, die zur Stadtsanierung beitrugen, sind folgende zu erwähnen: Die Vollendung des Kanalisationsnetzes, die Eindämmung, die die Stadt vom Tanaro-Hochwasser schützt (seit 1880), die endgültige Renovierung der Räume der Stadtbücherei und der Bau des Stadtmuseums und der Pinakothek (seit 1903) und die Errichtung der öffentlichen Bäder (seit 1906), die heute nicht mehr existieren. |
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Ludovico Straneo |
| DAS
ORTI-VIERTEL Das "Orti"-Stadtviertel (früher Horti genannt) ist nicht immer auf den alten Karten sichtbar, wegen seiner Lage ein wenig außerhalb des ex-Befestigungsgürtels . In den literarischen Beschreibungen, hingegen, auch vor vielen Jahrhunderten, wird es als eine Besonderheit von Alessandria präsentiert. Giuliano Porta zählt das Stadtteil unter Alessandrias "vier adeligen Dingen". |
| DER
WEGEGELDEINZUG Diese Errungenschaft der Stadt ist von einem Kapitel der 1297 erlassenen
Verordnungen bestätigt, wo bestimmt wurde, dass auf der Brücke niemand außer der
Gemeinde zum Wegegeldeinzug berechtigt war . |
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Burg auf dem rechten Tanaro-Ufer, die sich um das gleichnamige Schloss entwickelte und die ursprünglich den Kern der neuen Stadt Alessandria darstellte. Rovereto wurde später ein Stadtviertel. |
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Das traditionell meist benutzte Boot war das "burchiello" (Dialekt: "burcé"). Es handelt sich um ein Fischerboot mit flachem Boden dessen Länge zwischen 6 und 8-9 m. schwanken kann. Das "burchiello" ist nur für die Fahrt auf Flüssen und Seen geeignet, es ist fast unumkippbar, ist aber nicht einfach zu steuern. Man braucht einen speziellen Ruder aus Holz mit einem runden Handgriff und ein ovales Ruderblatt, das mit zwei eisernen Spitzen versehen ist. Das "burcé" ist aus Akazienholzbrettern zusammengebaut, einem sehr harten Holz, das wasserdicht ist und die Zeit überdauert. Einst wurden die "burchielli" auch als Transportmittel für Landwirtschaftsprodukte wie Holz, zum Fischen und zum Überschiffen der Menschen verwendet. Den Flussufern entlang gab es Häfen, Landungsbrücken und -plätze für die Boote. Der letzte Landungsplatz wurde 1994 durch die Überschwemmung schwer beschädigt und beseitigt. |
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"Burcé" |
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18.7.1879 : Antrag des Herrn Giovanni Pellati an das Finanzamt, um Rettungsboote sowohl im Fall von Überschwemmungen als auch gewöhnlich zum Zeitvertreib auf dem Tanaro zu benutzen und entsprechende Bewilligung
23.9.1879 : Nach der letzten Überschwemmung bewilligt der Gemeindearchitekt den Bau von zwei Rettungsbooten, die im Falle von Überschwemmungen einzusetzen sind
1890 : Bewilligung eines Bootsverleihs zwecks Vergnügung und Rudern zugunsten von Hernn Corona und Herrn Bonicelli
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SCHMUGGEL UND "SFROSO" AUF DEM TANARO Einst trieb man oft illegalen Handel auf dem Fluss. |
DIE UNTERBRECHUNG DER MÜHLENARBERT Die Ursachen waren : Im Winter 1306 hatte die zugefrorene
Oberfläche des Tanaro sowohl den Menschen als auch den Tieren und Wagen aller Art die
Überquerung des Flusses verhindert; daher konnten sich auch die Mühlen nicht mehr in
Bewegung setzen und in Alessandria musste die Bevölkerung hungern, insbesondere die
Armen. ÜBERSCHWEMMUNGEN 1616 stieg das Wasser so hoch, dass acht
Mühlen abgerissen wurden und die Strömung sie eine Meile weit mitriss, obwohl sie mit
großen Ketten und Seilen befestigt worden waren. 1828 trat eine lange Dürreperiode ein,
und da der Tanaro fast trocken war, hielten die Mühlräder an. |
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Wie man einst den Fisch kochte Süßwasserfische sind immer ein
köstliches Nahrungsmittel gewesen. Einst gab es nur zwei Kochrezepte: sie wurden entweder
gebraten oder in Essig mariniert. Selbstverständlich benutzte man damals kein Olivenöl
und die Frauen kochten mit Schmalz. Unter den Fischen waren der Rotauge, der Aitel, der Karpfen, die Barbe
und der Weißfisch am geeignetesten zum Braten. Sie wurden in große Teile geschnitten,
dann in Maismehl paniert und in Schmalz mit einigen Salbeiblättern gebraten. |
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Im Laufe der Zeit ist der Fischbestand, mit Ausnahmen von einigen Fischarten, grundsätzlich unverändert geblieben. Im Wasser leben Döbel, Karpfen, Rotaugen, Weißfische, Flussaale, Karauschen, Hechte, Schleien, Barben. Vor einigen Jahren ist der Brackwels offensichtlich zufällig in den Tanaro und in den Po eingeführt worden: er hat das Umweltgleichgewicht bemerkenswert gestört, indem er sich als schädlich für die Flussfauna wegen seiner Gefräßigkeit erwiesen hat. |