ÜBERSICHT   DER  BEDEUTENDSTEN ÜBERSCHWEMMUNGEN  VON  DER STADTGRÜNDUNG   BIS  1994

 

1168 - Alessandria wird gegründet.

1174- Die Überschwemmung , die vom ununterbrochenen Regen verursacht wird , rettet anscheinend Alessandria von Kaiser Friedrich Barbarossas Belagerung

1317 - Die "außerordentliche Überschwemmung", von der die Chroniken berichten, befällt die Stadt im  September.

1330 -
Das Wasser des Flusses reicht bis ins Stadtviertel Borgoglio hinein (an seiner Stelle erhebt sich heute die Zitadelle, für deren Errichtung das Viertel im Jahr 1728 abgebaut wurde).

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Die Zitadelle von Alessandria im Jahr 2000

1463 - Das Tanaro-Hochwasser verursacht den Einsturz der sich gerade in Bau befindenden Mauerbrücke.

1482 - Diese Überschwemmung lässt die Lage der Stadt, die schon der Pest zum Opfer gefallen ist, noch dramatischer werden. Viele Bürger hatten nämlich versucht, vor der Seuche zu fliehen indem sie die Stadt verließen, und Hütten in den umliegenden Feldern errichteten.

1486 -
Die sehr schwere Überschwemmung ist unter anderem auch für den Einsturz von vier Brückenbögen verantwortlich. Um das Werk wieder aufzubauen, muss die Stadt fünf Jahre lang die ganze Zolleinnahme in Anspruch nehmen. Jedem Bürger und jedem Fremden, der in der Gegend sesshaft ist, wird außerdem befohlen, einen Arbeitertageslohn zu bezahlen.

1542 -Am 13. August reißt eine furchtbare Hochwasserflut zwei Bögen der Mauerbrücke aus.

1569 -Der Tanaro fliesst über und bedroht die Mauer des Stadtteils "Borgoglio".

1584 - Das Wasser steigt erneut an, gerade während man die Brücke wieder aufbaut, die durch eine vorhergehende Überschwemmung beschädigt worden war.

1596 - Von diesem Jahr an werden in den Stadtchroniken Überschwemmungen erwähnt , die das Orti -Stadtviertel wegen der starken und anhaltenden Regenfälle heimsuchen.

1616 - Im Juni steigt das Wasser so hoch, dass einige Boote sowie acht Mühlen abgerissen werden, obwohl sie mit großen Ketten und Seilen befestigt sind.

1647 - Die Bormida tritt über die Ufer und bildet zusammen mit dem Tanaro einen einzigen Fluss, der alles (Bäume, Mühlen) auf seinem Weg mitreißt und ein weites Gebiet überflutet. Es handelt sich um die denkwürdigste Überschwemmung seit der Stadtgründung.

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Originalurkunde aus den "Annali di Alessandria" von Ghilini, 1647     


1655 - Am 16. April fließt der Tanaro über und überflutet Alessandria.

1657 - Am 27. November bricht der Tanaro seine Dämme und zerstört einen Teil der Kruzifixkirche, eine Mühle in Solero und eine in Alessandria.

1688 - Nach drei Regentagen gelangt das Tanaro-Wasser bis zur Brücke und beschädigt viele Häuser und Gemüsegärten.

1709 - Erneuter Brückenzusammensturz aufgrund der Überschwemmung. Um den Fluss zu überqueren, muss eine provisorische Schiffsbrücke gebaut werden.

1732 – Im November bricht der Fluss beim Bau der Zitadelle die Dämme. Das Wasser durchstößt eine noch nicht fertig gebaute Mauer und überflutet die Baustelle, wo sich Hunderte von Arbeitern befinden. Diese werden im letzten Moment von den Dragonern des Gouverneurs, des Grafen von Cortanze, gerettet.
Das Wasser übergießt auch die Lebensmittellager der Stadt.

1775 – Der Tanaro tritt über die Ufer infolge eines Erdbebens.

1810 – Der Tanaro und die Bormida treten erneut gleichzeitig über die Ufer.

1829 – Der anhaltende Regen, der ohne Unterlass fast den ganzen September hindurch bis zum 27. Oktober fällt, lässt den Tanaro ungewöhnlich anschwellen. Dieser erreicht den Bauernhof Cassana und die neue Brücke über dem Loreto-Kanal.

1833 – Hochwasser im September. Der Trupp Soldaten, die das Pulvermagazin bewachen, wird mit Booten evakuiert.

1840 – Infolge der Überschwemmung ist das Alessandria-Gebiet einer beträchtlichen Korrosion ausgesetzt.

1847 – Am 3. Oktober ereignet sich ein außerordentliches Hochwasser und der daraus folgende Dammbruch verursacht eine ausgedehnte Überschwemmung, die schwerste nach 1829.

1857 – Auf Grund dieser sehr schweren, ungewöhnlichen Überschwemmung der zwischen Alessandria und Solero gelegenen Ebene werden schwere Schäden erlitten. Die Strömung zerstört viele Mühlen. Das Land wird katastrophal überflutet.

1872 – Die anhaltenden Regenfälle lassen beide Flüsse anschwellen, die ein weites Landgebiet auch um Spinetta Marengo überfluten. Auf vielen Bauernhöfen kann man gerade rechtzeitig das Vieh retten.

1873Im Laufe von wenigen Monaten ereignen sich fünf Überschwemmungen.

1879 – Der Tanaro tritt wegen dem anhaltenden Regen über die Ufer und strömt ins Stadtviertel „Orti" hinein. Einige Familien werden mit Booten gerettet. Das Wasser verschont die Stadt dank einem von den Soldaten errichteten Deich .

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Die Überschwemmung des Tanaro, 1879

Originalurkunde aus "L'avvisatore alessandrino - anno XXVII n. 61 - giovedì 29 maggio 1879"

1892 – Eine Überschwemmung, der der Stadtteil „Orti" noch einmal zum Opfer fällt und die große Schäden errichtet.

1917 – Eine Überschwemmung vom Tanaro und von anderen Flüssen der Provinz. Die Getreideernte ist zum größten Teil verloren und die wegen des Ersten Weltkriegs schon dramatischen Lebensumstände der Bevölkerung werden weiter verschärft.

1937 – Das Stadtviertel „Orti" fällt wieder einmal einer Überschwemmung zum Opfer.

1948 – Zweimal Hochwasser, im September und im Mai. Die Eisenbahnbrücke erleidet schwere Schäden. Das Stadtviertel „Orti" und der Ortsteil „Astuti" liegen unter Wasser.

1951 – Im Februar setzt die Hochwasserflut beider Flüsse sowohl Alessandria als auch weitere Gebiete unter Wasser. Die Bormida schwillt um sogar 8 m. an und überschwemmt ganz die Landstraße nach Spinetta Marengo, der Tanaro steigt um 3 m. Die Opfer der Überschwemmung werden rechtzeitig in Sicherheit gebracht, aber Gebäude, Felder und Gemeindegut werden schwer beschädigt. Außer dem Tanaro und der Bormida brechen auch die Sturzbäche Orba und Belbo die Dämme .

1977 – Auch in diesem Jahr stehen weite Gebiete unter Wasser.

1994 – Die letzte katastrophale Überschwemmung ereignet sich. Das Wasser gelangt sogar in die Stadtmitte bis zur „Piazzetta della Lega Lombarda" .


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Piazzetta della Lega , 6. November 1994




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